Antirrhetikos
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Evagrius Ponticus: Antirrhetikos
Zweites Buch: zu den Gedanken der Unzucht
1. Zu dem Gedanken der Unzucht, der in meinem Denken eine verheiratete Frau erscheinen läßt: + Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren. (Ex 20,17)
2. Zu dem Gedanken des Kummers, der in uns entsteht wegen der vielen Versuchungen der Unzucht, die wir haben und die unsere Hoffnung zunichte machen, indem sie uns sagen: erwartet jetzt etwas Gutes mitten in all dieser Mühe: + Wenn du auf meine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, werde ich der Feind deiner Feinde sein und alle in die Enge treiben, die dich bedrängen. Mein Engel dir geht dir voraus und führt dich in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter und ich werde sie verschwinden lassen. (Ex 23,22f)
3. Zu dem Gedanken, der meint, daß für einige Zeit die bösen Gedanken der Unzucht von ihm weichen: + Ich vertreibe sie aber nicht gleich im ersten Jahr; sonst verödet das Land, und die wilden Tiere könnten zu deinem Schaden überhand nehmen. Nur allmählich will ich sie vor dir zurückdrängen, bis du so zahlreich geworden bist, daß du das Land in Besitz nehmen kannst. (Ex 23,29)
4. Zu dem Gedanken, daß die Jugend keinesfalls von den Begierden der Unzucht Ruhe hat und ihre reinen Gedanken Gott darbringen kann: + Jeder von zwanzig Jahren und darüber, der zur Einschätzung kommt, soll eine Abgabe für den Herrn entrichten. (Ex 30,14)
5. Zu dem Gedanken der Unzucht, der sagt, daß die Jugend unschuldig ist, und befiehlt, daß sie Unzucht treibt und an unreinen Gedanken Freude hat: + Der Herr antwortete Mose: Den, der gegen mich gesündigt hat, streiche ich aus meinem Buch. (Ex 32,33)
6. Zu dem Gedanken, der keinen Ehrgeiz hat, die Seele wachsam zu bewahren vor der Unzucht, die sich in ihr sammelt, sondern Gesetzloses sagt und tut, indem er eine Frau vor seinen (inneren) Augen erscheinen läßt: + Deshalb, Israel, sollst du hören und darauf achten, (alles, was der Herr, unser Gott, mir gesagt hat,) zu halten, damit es dir gut geht und ihr so unermeßlich zahlreich werdet, wie es der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt hat, in dem Land, wo Milch und Honig fließen. (Dtn 6,3)
7. Zu dem Gedanken, der durch unreine Lust dem Dämon der Unzucht nahezukommen sucht: + Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten; ihm sollst du dienen, bei seinem Namen sollst du schwören. (Dtn 6,13)
8. Zu der Seele, die Tag und Nacht von Gedanken der Unzucht bedrängt wird und die Hoffnung auf ihren Sieg verliert: + Wenn du in deinen Gedanken sagst: Diese Völker sind größer als ich - wie sollte ich sie vertreiben können?, - dann sollst du vor ihnen keine Furcht haben. Du sollst an das denken, was der Herr, dein Gott, mit dem Pharao und mit ganz Ägypten gemacht hat. (Dtn 7,17f)
9. Zu dem Gedanken der Seele, die - von Vorstellungen der Unzucht bedrängt, die die böse Krankheit der Unzucht zu verschiedenen Bildern zerteilen - die unreinen Gedanken willkommen heißt, und die darin verharrt, diesen versklavenden Gedanken anzuhangen, und sie in der jammervollen Seele bleiben läßt: + Heute wirst du erkennen, daß der Herr, dein Gott, wie ein verzehrendes Feuer selbst vor dir hinüberzieht. Er wird sie vernichten, und er wird sie dir unterwerfen, so daß du sie unverzüglich vertreiben und austilgen kannst, wie es der Herr dir zugesagt hat. (Dtn 9,3)
10. Zu den Gedanken, die sich schnell Eßbarem zuwenden, wenn der Geist der Unzucht ein wenig aufhört, ihn zu mißhandeln, und dadurch die Grenze der Vernunft einzuhalten meint: + Ihr sollt nicht tun, was jeder einzelne für richtig hält, wie es hier bei uns heute noch geschieht. Denn ihr seid bis jetzt nicht in die Ruhe und in den Erbbesitz eingezogen, die der Herr, dein Gott, dir gibt. (Dtn 12,8f)
11. Zu der erschütterten Seele, die wegen der Dämonen, die ihre Glieder berühren, zittert; man denke an das, was ein von diesem Dämon Versuchter gesagt hat: + Dein Schutz und dein Helfer ist Gott, und nicht das Schwert ist dein Stolz; deine Feinde werden dich belügen, und du wirst auf ihren Nacken treten. (Dtn 33,29)
12. Zu der Seele, die von der Trauer in Akedia gestürzt worden ist und die unreinen, sie befleckenden Gedanken nicht mehr ins Gebet tragen kann: + Auf! Denn das ist der Tag, an dem der Herr den Sisera in deine Gewalt gegeben hat. Ja, der Herr zieht selbst vor dir her. (Ri 4,14)
13. Zu dem von Gedanken der Unzucht verbitterten Denken, das all dieses nicht von sich abschütteln will und nicht die Fesseln der Sünde und die Kunst des Bösen versteht: + Dann rief Dalila: Simson, die Fremden (Philister) kommen! Er erwachte aus seinem Schlaf und dachte: Ich werde auch diesmal wie bisher entkommen und die Fesseln abschütteln. Denn er wußte nicht, daß der Herr ihn verlassen hatte. Da packten ihn die Fremden (Philister) und stachen ihm die Augen aus. Sie führten ihn nach Gaza hinab, und er mußte im Gefängnis (Korn) mahlen. (Ri 16,20f)
14. Zu dem Engel des Herrn, der plötzlich in meinem Denken erscheint und den Gedanken der Unzucht abkühlt und alle Gedanken, die um ihn kreisen, vertreibt: + Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. (1 Sam 2,1)
15. Zu dem unreinen Dämon der Unzucht, der mich nachts mit abscheulichen Erscheinungen heimsucht, die einer Frau gleichen, aber meine Seele nicht mit seinen schmutzigen Wünschen überwältigt: + Die Bogen der Starken werden zerbrochen, und die Schwachen werden mit Macht gestärkt; die Satten verdingen sich, und die Hungrigen haben Überfluß. (1 Sam 2,4f)
16. Zu der Seele, die nicht vor der unreinen Begierde fliehen will und den Gedanken Nahaschs, des Ammoniters, dessen Name mit "Natter" übersetzt wird, glaubt: + Und alle Männer von Lachisch (sic) sagten zu Nahasch: Schließ einen Vertrag mit uns, dann wollen wir dir dienen. Der Ammoniter Nahasch erwiderte ihnen: Unter einer Bedingung will ich mit euch einen Vertrag schließen: Ich steche euch allen das rechte Auge aus und bringe damit Schande über ganz Israel. (1Sam 11,1f)
17. Zum Dämon der Unzucht, der durch Gedanken meine Selbstbeherrschung zerstören und beflecken will: + Der Herr bewahre mich davor, daß ich dir das Erbe meiner Väter überlasse. (1 Kön 20,3)
18. Zur Seele, die meint, daß sie vom Dämon der Unzucht über ihre Kraft hinaus versucht wird: + (Angabe: vgl. 2 Kön 23,35 ; vielleicht: "Nach dem Vermögen eines jeden Bürgers trieb er von den Bürgern des Landes das Silber und das Gold ein"?)
19. Zum Herrn über die Gedanken der Unzucht, die uns nachts abscheuliche Bilder zeigen: + Herr, sagte ich, Herr, ich bin beschämt und zerknirscht vor dir; die Sünde ist uns über den Kopf gewachsen, und unsere Fehler reichen bis zum Himmel. Seit den Tagen unserer Väter bis heute sind wir in großer Schuld. (Esra 9,6f)
20. Zu der Seele, die durch schwere Kämpfe gegen die Gedanken der Unzucht Selbstbeherrschung und Reinheit erwirbt: + Das Land, in das ihr kommt, um es in Besitz zu nehmen, ist ein beflecktes Land; denn die Völker im Land haben es befleckt; in ihrer Unreinheit haben sie es mit Unreinheit erfüllt, vom einen Ende bis zum andern. (Esra 9,11)
21. Zum Herrn über die Menge der unreinen Gedanken, die uns zerschmettern und bedrängen und unser Denken zu verschiedenen Erscheinungen wenden: + Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; so viele stehen gegen mich auf. Viele gibt es, die mir sagen: "Du findest keine Hilfe bei deinem Gott." Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, du bist meine Ehre und richtest mein Haupt auf. (Ps 3,2-4)
22. Zu der Seele, die weiß, daß die Kraft des Zorns gegen den Gedanken der Unzucht kämpft, weil der Zorn aus dem Feuer gewachsen ist, die unreinen Gedanken aber aus Wasser kommen: + Seid zornig, und sündigt nicht! Redet in euren Herzen, und bedenkt es auf eurem Lager. (Ps 4,5)
23. Zu den unreinen Gedanken, die lange in uns bleiben und oft abscheuliche Bilder in uns erscheinen lassen und den Verstand durch die leidenschaftliche Lust der schändlichen Glieder gefangenhalten: + Weicht zurück von mir, all ihr Frevler; denn der Herr hat mein lautes Weinen gehört. (Ps 6,9)
24. Zum Herrn über den Dämon der Unzucht, der uns nicht durch die Lust des Leibes verletzt hat, uns dann aber einen Mönch, der diese unreine Sünde begeht, in unseren Gedanken zeigt: + Das Schwert der Feinde ist dahin für immer; du hast Städte niedergerissen und ihr Andenken zerstört; der Herr aber bleibt auf ewig. (Ps 9,7f)
25. Zum Herrn über den unreinen Dämon der Unzucht, der sichtbar nahekommt den Schenkeln derer, die sich bemühen, ihn zu verlassen, der plötzlich den Verstand durch Wahnsinn raubt und die Seele durch eine Menge starker Gedanken der Unzucht verändert; sooft wir aber von diesem Dämon versucht werden, entkommen wir klug und geschwind - (dazu ist es) sehr förderlich, daß wir in unserer Zelle leben. Der Verstand der Einwohner begreift: + Erleuchte meine Augen, damit ich nicht entschlafe und sterbe, damit mein Feind nicht sagen kann: "Ich habe ihn überwältigt", damit meine Gegner nicht jubeln, weil ich ihnen erlegen bin. (Ps 13,4f)
26. Zu der Seele, die meint, daß die Gedanken der Unzucht stärker seien als die Gebote Gottes, die uns gegeben sind, um diese Leidenschaft zu vernichten: + Ich zermalme sie zu Staub vor dem Wind, schütte sie auf die Straße wie Unrat. (Ps 18,43)
27. Zum Herrn über den Dämon, der plötzlich den Leib überfällt, aber den Verstand nicht besiegen kann, indem er unreine Gedanken herbeibringt: + Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. Darum singe ich dir Lobpreis und verstumme nicht. (Ps 30,12f)
28. Zu dem Gedanken der mir sagt, daß der Dämon der Unzucht dich erniedrigt, wenn du dich ihm widersetzt: + In Schmach und Schande sollen alle fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurückweichen sollen sie und vor Scham erröten, die auf mein Unglück sinnen. (Ps 35,4)
29. Zu dem Gedanken, der mich warnt: ein anderer Dämon der Unzucht, schlimmer und wilder und stärker als der frühere, wird gegen dich ausgeschickt werden, der deine Seele leicht bezwingen und zur durch das Tun geschenen Sünde hinschleppen wird: + Sie sollen werden wie Spreu vor dem Wind; der Engel des Herrn stoße sie fort. Ihr Weg soll finster und schlüpfrig sein; der Engel des Herrn verfolge sie. (Ps 35,5f.)
30. Zur Seele, die zur Zeit der Bedrängnis durch die unzüchtigen Gedanken die Bußgewänder verachtet und sich nicht an David erinnert, der dies selbst zu unserer Belehrung getan hat und sagte: + Ich aber zog ein Bußkleid an, als sie erkrankten, / und quälte mich ab mit Fasten. (Ps 35,13)
31. Zur Seele, die trauert, weil die unreinen Gedanken bei ihr bleiben, und nicht den Sieg über sie erwartet, weil sie bemerkt, wie durch ihr Denken eines der schmutzigen Bilder, die sie erschüttern, ständig stärker geworden ist: + Eine Weile noch, und der Frevler ist nicht mehr da; schaust du nach seiner Wohnung - sie ist nicht mehr zu finden. (Ps 37,10)
32. Zum Dämon der Unzucht, der der Gestalt der Schönheit einer nackten Frau gleicht, verweichlicht in ihrem Lebenswandel und geschwächt, ihren ganzen Leib unrein, die allen Verstand raubt, und vergessen läßt, das Bessere zu tun: + Darum wird Gott dich verderben für immer, dich packen und herausreißen aus seinem Zelt, dich entwurzeln aus der Erde. (Ps 52,7)
33. Zum Gedanken, der die Selbstbeherrschung verlieren läßt und prophezeiht, daß er mich vor den Männern beschämen wird: + Beschämt werden und zurückweichen sollen alle, die Zion hassen. Sie sollen wie das Gras auf den Dächern sein, das, wenn der Wind weht, nicht bleibt, und sein Ort weiß nichts mehr (von ihm). (vgl. Ps 129,5f)
34. Zum Dämon der Unzucht, der mich nachts durch einen Traum zu unreinen Handlungen
aufreizt und uns andererseits bei Tag wegen der Gedanken Vorwürfe macht und beleidigt: + Auch werde ich lachen über ihr Unglück, werde spotten, wenn plötzlich Schrecken und Zerstörung über sie kommt und wie eine Windböe ihr Untergang. (Spr 1, 26f)
35. Zu den Gedanken, die uns nötigen, in Gesellschaft einer verheirateten Frau zu bleiben, damit sie uns oft besucht oder damit sie geistlich Nutzen von uns hat: + Sei nicht viel bei einer Fremden und laß dich nicht umfangen mit den Armen einer, die nicht deine (Frau) ist. (Spr 5,20)
36. Zu dem Gedanken, der als Vision einer schönen Frau bei ihm erscheint und eifrig mit ihr sprechen oder etwas Schlechtes, was ganz sicher unpassend ist, tun will, als wie der heilige Prophet Johannes von Theben uns erzählt hat: + Begehre nicht eine schöne Frau in deinem Herzen, laß dich nicht gefangennehmen von ihren Augen und fange dich nicht mit ihren Lidern. Denn der Preis einer Hure ist ein Laib Brot. (Spr 6,25f)
37. Zu dem Gedanken, der mich überredet, daß wir überhaupt keinen Schaden haben vom Anblick einer Hure: + Trägt man denn Feuer in seinem Gewand, ohne daß die Kleider in Brand geraten? Oder kann man über glühende Kohlen schreiten, ohne sich die Füße zu verbrennen? So bleibt der, der zu einer verheirateten Frau geht und ihr nahekommt, nicht ungestraft. (Spr 6,27ff)
38. Zu der Seele, die die Ursache der Versuchungen nicht erkennt und auch nicht bedenkt, daß der Dämon der Unzucht, wenn er uns besiegt hat, die Selbstbeherrschung völlig in uns entfernt: + Der Schmelztiegel ist für Silber da, der Ofen für Gold, die Herzen aber prüft der Herr. (Spr 17,3)
39. Zu dem unreinen Gedanken, der uns ködert und aufs neue zur Sünde verführt, wegen der wir uns schon oft vor dem Herrn bekehrt haben: + Wie ein Hund, der zurückkehrt zu dem, was er erbrochen hat, so ist ein Tor in seiner Dummheit. (Spr 26,11)
40. Zu dem Gedanken, der die Erinnerung vor uns bringt an das Haus, in dem wir dem Satan viele Erfolge gegeben haben: + Das Herz der Gebildeten ist im Haus, wo man trauert, das Herz der Ungebildeten im Haus, wo man sich freut. (Eccl 7,4)
41. Zur Seele, die den Versuchungen unreiner Gedanken begegnet und nicht versucht, sie durch Hunger und Durst und Schlafentzug und Gebet zurückzustoßen: + Wenn der Geist des Mächtigen gegen dich aufsteht, verlaß nicht deinen Platz, denn Heilung wird die große Sünde zur Ruhe bringen. (Eccl 10,4)
42. Zu den heiligen Engeln über die unreinen Gedanken, die in der Seele bleiben: + Schaut mich nicht an, weil ich gebräunt bin; die Sonne hat mich verbrannt. (Hld 1,6)
43. Zur Seele, die meint, daß es wider ihre Natur ist, den schnellen Gedanken des nicht Unzuchttreibens in ihrer Einsicht zu bewahren: + Denn Ijob sagte: Vielleicht haben meine Kinder gesündigt und Gott gelästert in ihrem Herzen. (Ijob 1,5)
44. Zur Seele, die von seiten des Dämons der Unzucht schrecklich und unbeschreiblich versucht wird und von dieser Versuchung überrascht wird und sich wundert, daß dieser Dämon sich nicht schämt und nicht fürchtet: + Siehe, Versuchung ist dem Menschen auf Erden (beschieden), und wie die Tage eines Lohnarbeiters ist sein Leben. (Ijob 7,1)
45. Zu dem Gedanken, der mir prophezeiht über die Dämonen der Unzucht, daß sie kommen und unsere Glieder berühren und in Brand setzen werden: + Sie werden am Mittag wie in der Finsternis versuchen, die Finsternis und nicht das Licht zu berühren, und ihre Verführungen sind wie Betrunkene. (Ijob 5,14??)
46. Zu dem Dämon der Unzucht, der Israel bedrängt, statt Weizen Spreu und Stroh zu sammeln: + Fern sei es von mir, vor dem Herrn in Gottlosigkeit zu leben, denn er vergilt dem Menschen gemäß seinen werken (Ijob 34,10f.)
47. Zu der Seele, die nicht versteht, von woher diese brennenden Gedanken in uns geworfen werden: + Aus seinem Maul gehen Lampen wie glühende Kohlen hervor. (Ijob 41,10)
48. Zum Gedanken der Unzucht, der sagt, daß ich keinen Schaden anrichte und nicht ??? (Verb nicht identifizierbar - Druckfehler? ) von Hunger und Durst und vielem Fasten: + Deine Wurzeln lasse ich verhungern, und deinen Rest werde ich töten. (Jes 14,30)
49. Zu dem Dämon, der mir im Denken rät, mich mit einer Frau zu verbinden und Vater von Söhnen zu werden und so nicht mehr mit dem Verlangen nach unzüchtigen Gedanken zu kämpfen: + Der Narr redet Närrisches, und sein Herz bedenkt Wertloses, Gesetzloses zu tun und Verirrung zu reden und die hungrige und nach Trank dürstende Seele zu zerstören. (Jes 32,6)
50. Zum Herrn über die Dämonen der Unzucht, die ihre Gründe aus den Schriften und den in ihnen geschriebenen Zielen nehmen: + Starker Herr, du prüfst das Gerechte und erkennst Nieren und Herzen; ich möge deine Rache an ihnen sehen, denn dir habe ich mein Urteil offenbart. (Jer 20,12)
51. Zum Herrn über die Gedanken der Unzucht, die in mir bleiben: + Ihre Unreinheit ist vor ihren Füßen, ihr Ende bedachte sie nicht. Entsetzlich ist sie gesunken, keinen hat sie als Tröster. Sieh doch mein Elend, o Herr, denn die Feinde prahlen. (Klgl 1,9)
52. Zum Herrn über den Dämon, der in der Nacht den verfluchten Gedanken gegen meine Seele aufhetzt und die ganze Gestalt der Person schreckt : + All ihre Bewohner seufzen, verlangen nach Brot. Sie geben ihre Schätze für Nahrung, nur um am Leben zu bleiben. Herr, sieh doch und schau, wie sehr ich verachtet bin. (Klgl 1,11)
53. Zur Seele, die bei den abscheulichen Visionen der Nacht gefallen ist: + Steh auf, jauchze bei Nacht, zu Anfang deines Weges! Schütte aus wie Wasser dein Herz vor dem Angesicht des Herrn! (Klgl 2,19)
54. Zum Herrn über den Dämon der Unzucht, der durch die Leidenschaft der Lust in meinem Denken die Vision eines unreinen Bildes aufstellt: + Ich rief deinen Namen, Herr, und aus der tiefsten Grube hast du meine Stimme gehört; verschließe dein Ohr nicht, sondern mach es weit für mich und rette mich! (Klgl 3,55ff)
55. Zum Dämon der Unzucht, der, wenn die Gedanken aufhören, herscht und versucht, die Glieder des Leibes zu berühren; man soll aber wissen, was ich zu den von diesem Dämon Versuchten sage: den mit ihm Streitenden nützt zur Zeit des Kampfes, bei Tag und Nacht im Kellion zu leben und zu beten und (nur) sitzend ein wenig Schlaf zu rauben; sich in rauhe Bußgewänder zu kleiden und das Sattsein von Brot und Wasser zu vermeiden; die, die diesen Kampf ausfechten, verstehen aber, daß sie, wenn sie diesen Dämon in der Kraft des Herrn besiegen, unentreißbare Selbstbeherrschung gewinnen: + Dein Königreich wird dir weggenommen und man wird dich vertreiben von den Menschen und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein, und man wird dich mit Gras füttern wie einen Ochsen, und du wirst übernachten unter dem Tau des Himmels; und sieben Zeiten werden wechseln vor dir, bis du erkennst, daß der Höchste herrscht über das Königreich der Menschen, und ihm wird man Ehre geben (?). (Dan (Theodoret) 4,25)
56. Zu dem Gedanken, der durch ihn begleitendeBilder von Männern und Frauen sich bemüht, eine Sünde zu begehen: + Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt 5,28)
57. Zu der Seele, die von unreinen Gedanken der Unzucht versucht wird und nicht wachen und beten will: + Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. (Mt 26,41)
58. Zu den Gedanken, die uns erst zum Marktplatz treiben, uns dann aber drängen, uns außerhalb des Marktplatzes (in der Stadt) herumzutreiben: + Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben. (1 Kor 6,9f)
59. Zu den Gedanken, die in unsere Herzen die Unzucht legen, die der Herr (dort) ihren Geschäften nachgehen sieht: + Laßt uns nicht Unzucht treiben, wie einige von ihnen Unzucht trieben. Damals kamen an einem einzigen Tag dreiundzwanzigtausend Menschen um. (1 Kor 10,8; im Syrischen: 24 000)
60. Zu den unreinen Gedanken, die uns bald unseren Träumen ausliefern, bald am Tag in unserem Denken die Vision von Bildern erscheinen lassen: + Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch - das heißt kein Götzendiener - erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes. (Eph 5,5)
61. Zu dem Gedanken, der meint, daß die Versuchungen von Gott kämen: + Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung. Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. (Jak 1,13f)
62. Zur Seele, die nicht weiß, daß sie von den für sie begehrenswerten Dingen her wegen der Dämonen alle möglichen Versuchungen empfängt: + Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern.
(Jak 4,1)
63. Zum Gedanken der Seele, der das Gefühl des Dämons bringt, der plötzlich mitten in die Lenden fällt und von unten in ihnen herumwandert und sie in Brand setzt: + Liebe Brüder, wenn uns zufällig(?) die Lust bedrängt, laßt euch durch die Feuersglut, die zu eurer Prüfung über euch gekommen ist, nicht verwirren, als ob euch etwas Ungewöhnliches zustoße. Statt dessen freut euch, daß ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln. (1 Petr 4,12f)
64. Zum Gedanken der Seele, die wegen der Bedrängnisse oder wegen der Traurigkeit gefallen ist und meint, als einzige so schwer versucht zu werden: + Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wißt, daß eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen! (1 Petr 5,8f)
65. Zu dem Gedanken, der mich warnt und mir sagt, daß du von den Dämonen unaussprechlich Böses ertragen mußt, was ich in dieser Schrift nicht erklären wollte, damit ich nicht den Eifer der Kämpfenden kühle und jetzt weder den von der Welt Getrennten Störungen (in den Weg) werfe noch den Ungeübten in der Welt Anstoß gebe; denn in Wahrheit habe ich die Dämonen viel Unbeschreibliches tun gesehen, was man nicht vielen Menschen erzählen kann. Denn große Verzückung hat mich ergriffen über die Geduld der heiligen Engel, daß sie sie nicht verbrennen und mit unauslöschlichen Feuerflammen zerstören: + Der Herr kann die Frommen aus der Prüfung retten; bei den Ungerechten aber kann er warten, um sie am Tag des Gerichts zu bestrafen. (2 Petr 2,9)

Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus, der uns den Sieg über den Dämon der Unzucht geschenkt hat!
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