Antirrhetikos
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Evagrius Ponticus: Antirrhetikos
Drittes Buch: zu den Gedanken der Habsucht (Geldgier)
1. Zu dem Dämon, der mir in meinem Denken verspricht: ich werde im Schlaf jemand von deinen Verwandten oder den Reichen dazu bewegen, dir Gold zu schicken: + Ich erhebe meine Hand zum Herrn, dem Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde: Keinen Faden und keinen Schuhriemen, nichts von allem, was dir gehört, will ich behalten. Du sollst nicht behaupten können: Ich habe Abram reich gemacht. (Gen 14,22f.)
2. Zu dem Gedanken, der mir erklärt, daß die Armut bitter ist und Schlechtes aus ihr hervorgeht und mir Sorgen macht, ob einmal nicht am Tag meines Mangels mich kein Helfer finden wird: + Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt, wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist, dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden, und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben. (Gen 28,20ff)
3. Zum Gedanken der Habsucht, der uns unsere Väter verfluchen läßt, weil sie uns nicht von ihrem Besitz gegeben haben: + Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft. (Ex 21,17)
4. Zu dem Gedanken, der uns wegen der Habsucht mit schlimmer Verworfenheit antreibt, jetzt den Schüler durch große Mühen zu unterdrücken(?): + Einen Fremden sollst du nicht ausbeuten. Ihr wißt doch, wie es einem Fremden zumute ist; denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen. (Ex 23,9)
5. Zum Gedanken der Habsucht, der vor dem, der ihn um das Nötige anfleht, das Gemüt verschließt und uns rät, etwas für uns allein zurückzulegen: + Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Lev 19,18) Ich bin der Herr, dein Gott.
6. Zum Gedanken der Habsucht, der uns dazu bringt, den Bruder zurückzuhalten, in den Schriften zu lesen oder die Lehre zu lernen, uns aber ermuntert, ihn um eines flüchtigen Gewinnes willen in Mühe und Arbeit hineinzuwerfen: + Kein Mann soll seinen Nächsten bedrücken. Fürchte den Herrn, deinen Gott: ich bin der Herr, euer Gott. (Lev 25,17)
7. Zum Gedanken der Habsucht, der sich abwendet von dem, der durch langwierige Krankheit gehindert und von der Armut schlimm bedrängt wird: + Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann, sollst du ihn nicht wie einen Proselyten oder Fremden nehmen (behandeln?), und er wird mit dir leben. (vgl. Lev 25,35)
8. Zum Gedanken, der von seinem Bruder den Ertrag seiner Hände verlangt über seine Kraft hinaus: + Keiner soll seinen Bruder mit harter Arbeit bedrücken. (Lev 25,46)
9. Zum Gedanken, der uns nicht erlaubt, dem armen Bruder, der etwas (gegen Zinsen?) von dem unseren leihen will, etwas zu geben: + Du sollst deinem armen Bruder deine Hand nicht verschließen. Du sollst ihm deine Hand öffnen und ihm gegen Pfand leihen, was der Not, die ihn bedrückt, abhilft. (Dtn 15,7f)
10. Zum Gedanken, der für sich Vorräte zu hüten sucht, einen von den Brüdern aber nicht damit erquicken will: + Verflucht dein Korb und dein Teig, verflucht die Ernte deines Bodens. (Dtn 28,17f)
11. Zum Gedanken, der den Reichtum der Armut vorzieht: + Ist nicht die Nachlese Efraims besser als die Weinlese Abiësers? (Ri 8,2)
12. Zum Gedanken der Seele, der sich der Armen erbarmt, aber wegen der Güter, die wir ihretwegen verbrauchen, sich sofort umkehrt und es bereut: + Euer Herz aber bleibe ungeteilt beim Herrn, unserem Gott, so daß ihr seinen Gesetzen folgt und auf seine Gebote achtet, wie es heute geschieht. (1 Kön 8,61)
13. Zur Seele, die den Tod Christi (= Anteil am Tod Christi?) zu erlangen versucht und immer noch Besitz behält, und vergißt, daß der Prophet Elischa sich von der Welt verabschiedete und alles, was er hatte, aufgab: + Als Elija von dort weggegangen war, traf er Elischa, den Sohn Schafats. Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen, und er selbst pflügte mit dem zwölften. Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn.Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach und bat ihn: Laß mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuß geben; dann werde ich dir folgen. Elija antwortete: Geh, aber komm dann zurück! Bedenke, was ich an dir getan habe. Elischa ging von ihm weg, nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie. Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch und setzte es den Leuten zum Essen vor. Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst. (1 Kön 19,19-21)
14. Zur Seele, die Geld und all ihre Vorräte aufspart und von ihnen keine Ausgabe für die herbeikommenden Brüder (machen) will: + Elischa befahl seinem Diener: Setz den großen Topf auf, und koch ein Gericht für die Prophetenjünger! (2 Kön 4,38)
15. Zu Seele, die Gold annimmt zum notwendigen (Unterhalt) der Brüder, aber Lust hat, es gemäß ihrer eigenen Launen zu verbrauchen und den Aussatz Gehasis vergißt; die aber, die lesen, wissen, daß der Prophet Elischa den Gedanken der Habsucht ans Licht gebracht hat, ehe er böse Leidenschaft verursachte, und außerdem die übrigen Gedanken um sie herum, aus denen die Einwurzelung der Gedanken, die den Verstand in bösen Bestrebungen festhalten, geboren wird und die ihn aussätzig machten: + Elischa fragte ihn: Woher kommst du, Gehasi? Er antwortete: Dein Knecht ist nirgendwohin gegangen. Da sagte Elischa zu ihm: War nicht mein Geist zugegen, als sich jemand von seinem Wagen aus dir zuwandte? Ist es denn Zeit, Geld anzunehmen und Kleider, Ölgärten, Weinberge, Schafe und Rinder, Knechte und Mägde zu erwerben? Der Aussatz Naamans aber soll für immer an dir und deinen Nachkommen haften. Gehasi ging hinaus und war vom Aussatz weiß wie Schnee. (2 Kön 5,25-27)
16. Zum Herrn über den Gedanken der Habsucht, der mich durch Sorgen erinnert: du bist vom Besitz deiner Väter fortgegangen: + Der Herr ist der Anteil meines Erbes und meines Bechers; du gibst mir mein Erbe zurück. (Ps 16,5)
17. Zu den Gedanken, die uns schmähen, daß unsere Eltern uns verlassen haben und nicht genug Gold schicken zur Erfüllung unserer Bedürfnisse: + Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der Herr nimmt mich auf. (Ps 27,10)
18. Zu den Gedanken, die uns beängstigen, daß unsere Brüder in der Welt reich und bei allen wegen des Reichtums geehrt sind: + Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. (Ps 33,3)
19. Zur Seele, die nicht versteht, daß unser Urteil mit dem Teufel ist, wenn wir unseren von Gott gegebenen Besitz nicht angemessen verwalten: + Der Frevler belauert den Gerechten und sucht ihn zu töten. Der Herr überläßt ihn nicht seiner Hand, läßt nicht zu, daß man ihn vor Gericht verurteilt. (Ps 37,32f)
(20. fehlt wg. falscher Numerierung, wohl schon im Syrischen)
21. Zur Seele, die an der Welt festhält, nach dem Vergänglichen strebt und sich nach dem Haus und den Besitztümern und ihren Vätern sehnt: + Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiß dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr. (Ps 45,11)
22. Zum Gedanken, der an Besitz denkt, aber nicht bis zm beschwerlichen Leiden des Reichtums schaut: + Am wachsenden Reichtum wird sich euer Herz nicht erfreuen. (Ps 62,11??)
23. Zum Gedanken, der uns das herrliche Haus unseres Vaters zeigt und die kleine Zelle in unseren Augen herabsetzt: + Lieber als Fremder wohnen im Haus meines Gottes als zuhause sein in den Zelten der Frevler. (Ps 84,11)
24. Zum Gedanken, der Geld wie aus Notwendigkeit braucht, die Gnade Gottes aber aufgibt: + Der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe. (Ps 84,12)
25. Zum Herrn über den Gedanken der Geldgier, der in uns bleibt und unser Denken in Verwirrung bringt sowohl durch die Erinnerung, wie wir Besitztümer genossen haben als auch durch den Eifer, mit dem wir uns bemühen, Dinge zu gewinnen, wie jetzt (von uns) nicht gesehen werden, als auch durch das Bewachen und Bewahren des jetzt Verfügbaren: + Deinen Zeugnissen neige mein Herz zu, doch nicht der Habgier! (Ps 119,36)
26. Zu den geldgierigen Gedanken, die die Gastfreundschaft in mir anklagen und meine Seele zwingen, anderen (etwas) zu verweigern, und sie ermuntert, durch vergänglichen Gewinn verurteilt zu werden: + Auf dem Weg meiner Schritte haben die Hochmütigen mir eine Schlinge gelegt und Seile ihrer Netze ausgespannt auf meinem Pfad und mir eine Falle gestellt. (Ps 140,6)
27. Zum Gedanken der Geldgier, der uns vorhersagt, daß wir lange Zeit in bitterer Armut leben müssen: + Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten. (Ps 144,4)
27. (sic!) Zur Seele, die durch die Leidenschaft der Geldgier nur schwer zum Almosengeben wächst: + Nie sollen Barmherzigkeit und Treue dich verlassen; binde sie dir um den Hals, schreib sie auf die Tafel deines Herzens! Dann findest du Erbarmen und Gnade vor Gott und den Menschen. (Spr 3,3)
28. Zum Gedanken der Geldgier, der uns hindert, Gutes zu tun und und mit Sorgen wegen der Armut und der Schwäche des Leibes schreckt: + Meide nicht, Gutes zu tun, wann immer deine Hand es tun kann; und wenn du etwas hast, sage nicht deinem Nächsten: geh und komm morgen wieder, dann werde ich dir geben. (Spr 3,27f)
29. Zum Gedanken der Geldgier, der uns durch Habsucht bei Nacht und bei Tag zur Handarbeit treibt und uns vom Lesen der Heiligen Schrift abhält und uns am Besuchen von Kranken und am Dienen hindert: + Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, Gerechtigkeit aber rettet vor dem Tod. (Spr 11,4)
30. Zum Gedanken, der uns dazu bringt , daß wir erbarmungslos unseren Besitz bewachen: + Der Reichtum eines Mannes ist das Lösegeld für sein Leben, der Arme jedoch hält der Bedrohung nicht stand. (Spr 13,8)
31. Zum Gedanken, der aus Herzlosigkeit das Geld mehr ehrt als die Weisheit Gottes: + Weisheit erwerben ist besser als Gold, Einsicht erwerben vortrefflicher als Silber. (Spr 16,16)
32. Zum Gedanken der Geldgier, der Ruhe und Ehre vom Reichtum zu erlangen sucht: + Guter Ruf ist kostbarer als großer Reichtum, hohes Ansehen besser als Silber und Gold. (Spr 22,1)
33. Zum Denken, das durch Almosen von den Gedanken der Geldgier gelöst ist, aber durch Trauer und Murren wieder an ihn gebunden ist; diese Erfahrung macht aber offenbar, daß die Seele die Leidenschaft der Gedanken nicht versteht und die Fesseln der vernünftigen Natur, die sich die Erkenntnis Gottes angelegen sein läßt, nicht erkennt: + Einen fröhlichen Geber liebt Gott, die Früchte seiner Werke aber wird er erfüllen (Spr 22,8??)
34. Zu den Gedanken, der uns an das Haus und den Besitz und das Leben in ihnen erinnert: + Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. (Pred 1,2)
35. Zum Gedanken der Geldgier, der sowohl versucht, das gemeinsame Aufbewahrte zu bewachen, als auch von draußen sammeln will, als wolle er den Brüdern Ruhe verschaffen und noch heilige Schriften dazuerwerben: + Wer Geld liebt, bekommt nie genug, und wer den Reichtum liebt, wird keine Freude daran haben; das alles ist Windhauch. (Pred 5,9)
36. Zum Gedanken, der vor unseren Augen den Verlust an Vermögen und Besitz ausmalt, (sage man das,) was die große körperliche(?) Ruhe für Hiob war: + Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn. (Ijob 1,21)
37. Zum Gedanken der Habsucht, der uns rät, Nahrung und Kleidung zurückzulegen, den Armen aber nicht davon zu geben: + (Das ist ein Fasten, wie ich es liebe:) an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. (Jes 58,7)
38. Zur Seele, die nicht zur Barmherzigkeit geneigt ist, so daß sie die Armut der Brüder sähe: + Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. (Mt 5,7)
39. Zur Seele, die wegen ihrer geraubten Besitztümer und Güter verurteilen will und nicht erkennt, daß von den Fesseln der Gedanken, die durch etwas von ihr weggenommenes in ihr erzeugt werden, nicht befreit wird, wenn nicht in Liebe und durch das Dazugeben ihres Gewandes: + Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel. (Mt 5,40)
40. Zum Gedanken, der uns hindert, dem Bruder zu leihen, als ob man nichts zu geben hätte: + Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5,42)
41. Zu den Gedanken, die Besitztümer zum Gemeinsamen nehmen wollen und durch ihre Sorgen die Einsicht zunichte machen: + Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. (Mt 6,19)
42. Zum Dämon, der uns sagt, daß (auch), wer einigen Besitz erworben hat, Gott dienen kann: + Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. (Mt 6,24)
43. Zur Seele, die, wenn andere Mangel leiden, ihren Besitz selbst genießen will, aber anderen, die bedrängt und bedürftig sind, keine Ruhe verschaffen will: + Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. (Mt 7,12)
44. Zum Gedanken, der uns nicht gestattet, Besitztümer zu verschwenden, und uns die Augen mit schönen Begründungen verklebt: + Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! (Mk 10,23)
45. Zum Gedanken, Gerechtigkeit zu tun, der aber das Bild der Mühe, des Murrens und der Traurigkeit vortäuscht, die den Geboten der Liebe fremd sind, oder nicht von solchen Leiden um des heiligen Wissens willen, das man erhält, wenn der Verstand durch furchtbare Leiden nackt wird, zerbrochen werden will(??): + Wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig. Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten! (Röm 12,8-9)
46. Zum Gedanken der Geldgier, der unsere leiblichen Brüder (dem Fleisch nach) und unsere Verwandten in der Welt für glücklich hält, weil sie sichtbares Geld erworben haben: + Wir starren nicht auf das Sichtbare, sondern blicken nach dem Unsichtbaren aus; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig. (2 Kor 4,18)
47. Zum Gedanken, der vermeidet, den Armen zu geben, weil man einerseits durch Almosengeben den Geist von den Gedanken befreit, aber andererseits wiederum beim Weitergehen, in dem man das Gegebene bereut, den Verstand an die Gedanken anbindet, die sie behindern und es für sie zum Verlust machen, die Erkenntnis Gottes zu erlangen: + Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten. (2 Kor 9,6)
48. Zu den Gedanken der Habgier, die die Güte den Brüdern gegenüber zerstören: + Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. (Eph 4,32)
49. Zum Gedanken, der begehrt, allein für sich selbst etwasauf die Seite zu legen: + Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. (Phil 2,4)
50. Zum Gedanken, der uns zum Gewinn an Gütern anstachelt und darlegt, daß der alte Reichtum für viele Brüder ausgereicht hätte: + Doch was mir damals ein Gewinn war, das habe ich um Christi Willen als Verlust erkannt. Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen. (Phil 3, 7-8)
51. Zu den Gedanken, die uns durch die Gier mit Sorgen verstören, aber den Götzendienst, der aus ihr geboren wird, nicht sehen: + Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, (die Leidenschaft, die bösen Begierden) und die Habsucht, die ein Götzendienst ist. All das zieht den Zorn Gottes nach sich. (Kol 3,5f)
52. Zu den Gedanken, die begehren, uns über unsere Notwendigkeit hinaus zu sammeln und habgierig zu sein: + Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. (Hebr 13,5)
53. Zur Seele, die etwas über Nahrung und Kleidung hinaus begehrt und sich nicht erinnert, daß sie bei ihrem Eintritt in die Welt nackt und (auch) bei ihrem Auszug wieder bloß ist: + Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen. (1 Tim 6,7)
54. Zum Gedanken der Habsucht, der sagt, daß nichts Böses mit der Habsucht verbunden ist, sondern daß sie große Ruhe für die Brüder und die Fremden bedeutet (sein wird): + Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet. (1 Tim 6,10)
55. Zum Gedanken, der versucht, jemanden durch den Mangel in die Geschäfte der Welt zu verwickeln: + Keiner, der in den Krieg zieht, läßt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, daß sein Heerführer mit ihm zufrieden ist. Und wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft. (2 Tim 2,4f)
56. Zum Gedanken, der sich in alle mögliche Probleme einmischt, als ob der Besitz verschwindet, und jetzt nichts davon da wäre und nicht wieder verfügbar sein könne: + Wer dient, diene so viel, wie ihm von Gott gewährt wird; er diene und gefalle dem Herrn (vgl. 1 Petr 4,11)
57. Zum Gedanken der Habsucht, der den Brüdern keine Barmherzigkeit erweisen will, als ob sie nicht arm seien, und durch sein Tun die Liebe Gottes leugnet: + Daran haben wir die Liebe erkannt, daß Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. (1 Joh 3,17)
58. Zu den Gedanken, die bewirken, daß wir einerseits mit Worten sagen, daß wir die Brüder lieben, das aber andererseits durch unser Tun verleugnen: + Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. (1 Joh 3,18)

Gepriesen sei unser Herr und unser Gott und Erlöser Jesus Christus, der uns gegen den Dämon der Habsucht den Sieg geschenkt hat!
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