Antirrhetikos
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Evagrius Ponticus: Antirrhetikos
Viertes Buch: zu den Gedanken des Dämons der Traurigkeit
1. Zu der Seele, die von sich selbst Traurigkeit empfängt, weil sie meint, daß der Herr ihr Seufzen nicht hört: + Und die Kinder Israels stöhnten unter der harten Knechtschaft; sie beteten, und ihr Schrei wegen ihrer Fronarbeit stieg zu Gott empor. Gott hörte ihr Stöhnen, und Gott gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. (Ex 2,23f)
2. Zu den Gedanken, die meinen, daß Gott nicht unsere Vernichtung von seiten der Dämonen sähe: + Und der Herr sagte: + Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. (Ex 3,7)
3. Zur Seele, die nicht erkennt, daß die Prüfungen schneller wachsen, sooft die (monastisch?) Lebenden das Wort Gottes geistlich zu erforschen beginnen und man sich wegen der Gebote Gottes anstrengt: + Da wandte sich Mose an den Herrn und sagte: Mein Herr, warum behandelst du dieses Volk so schlecht? Wozu hast du mich denn gesandt? Seit ich zum Pharao gegangen bin, um in deinem Namen zu reden, behandelt er dieses Volk noch schlechter, aber du hast dein Volk nicht gerettet. (Ex 5,22f)
4. Zu den Gedanken, die keine Hilfe von Gott erwarten und die Seele durch Traurigkeit herunterziehen: + Deshalb sag zu den Israeliten: Ich bin Jahwe. Ich führe euch aus dem Frondienst für die Ägypter heraus und rette euch aus der Sklaverei. Ich erlöse euch mit hoch erhobenem Arm und durch ein gewaltiges Strafgericht über sie. Ich nehme euch als mein Volk an und werde euer Gott sein. Und ihr sollt wissen, daß ich Jahwe bin, euer Gott, der euch aus dem Frondienst in Ägypten herausführt. (Ex 6,6-7)
5. Zur Seele, die nicht erkennt und nicht überzeugt ist, daß die, die jetzt von der Welt Abschied nehmen, nicht in die Hände der bitteren Dämonen fallen, und wegen des äußeren Anscheins und des Gefühls, daß sie Kämpfe ausfechten, so daß sie sich unter Zittern fürchtet, aus der Welt auszuwandern: + Als der Pharao das Volk ziehen ließ, führte sie Gott nicht den Weg ins Philisterland, obwohl er der kürzere war. Denn Gott sagte: Die Leute könnten es sonst, wenn sie Krieg erleben, bereuen und nach Ägypten zurückkehren wollen. (Ex 13,17)
6. Zu den Gedanken, die uns sagen, daß die Dämonen nicht wissen, daß der Herr für uns kämpft: + Er hemmte die Räder an ihren Wagen und ließ sie nur schwer vorankommen. Da sagte der Ägypter: Ich muß vor Israel fliehen; denn Jahwe kämpft auf ihrer Seite gegen Ägypten. (Ex 14,25)
7. Zur Seele, die nicht weiß, daß die Dämonen über uns nachdenken: + Da sagte der Feind: Ich jage nach, hole ein. Ich teile die Beute; meine Seele überwältigt sie; ich zücke mein Schwert und meine Hand vernichtet sie. (vgl. Ex 15,9)
8. Zum Herrn über die Gedanken, die uns anstiften und sagen, daß in der Nacht Dämonen kommen und uns anfallen: + Schrecken und Furcht überfiel sie, sie erstarrten zu Stein vor der Macht deines Arms, bis hindurchzog, o Herr, dein Volk, bis hindurchzog das Volk, das du erschufst. (Ex 15,16)
9. Zu den Gedanken des Zitterns, die in uns entstehen, weil unser mitkämpfender Engel nicht sichtbar ist: + Die Hand an Jahwes Feldzeichen! Krieg ist zwischen Jahwe und Amalek von Generation zu Generation. (Ex 17,16)
10. Zur Seele, die verwirrt ist, weil die Engel Gottes sie nicht schützen: + Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. (Ex 23,20)
11. Zur Seele, die sich über die Wirren der Nacht betrübt und von ihrem Durcheinandersein meint, daß sie immer in dieser Verwirrung bleibt: + Ich schaffe Frieden im Land: Ihr legt euch nieder, und niemand schreckt euch auf. Ich lasse die Raubtiere aus dem Land verschwinden. Kein Schwert kommt über euer Land. Verfolgt ihr eure Feinde, so werden sie vor euren Augen dem Schwert verfallen. (Lev 26,6)
12. Zu den menschlichen Gedanken, die sich heimlich in uns aufstellen und sagen, daß es uns nicht gelingt, gegen die Dämonen zu kämpfen: + Da habe ich zu euch gesagt: Ihr dürft nicht vor ihnen zurückweichen und dürft euch nicht vor ihnen fürchten. Der Herr, euer Gott, der euch vorangeht, wird für euch kämpfen, genau so, wie er vor euren Augen in Ägypten auf eurer Seite gekämpft hat. (Dtn 1,29f)
13. Zur Seele, die plötzlich durch die in der Luft pfeifende Stimme des Dämons verwirrt wird: + Steht auf, brecht auf, und überquert das Tal des Arnon! Hiermit gebe ich Sihon, den König von Heschbon, den Amoriter, mit seinem Land in eure Gewalt. Fang an, in Besitz zu nehmen! Bei Sihon sollst du den Kampf beginnen. Und ich fange heute an, den Völkern überall unter dem Himmel Schrecken und Furcht vor dir ins Gesicht zu zeichnen. Wenn sie von dir nur hören, zittern sie. Sie winden sich vor Angst, wenn sie dich sehen. (Dtn 2,24f)
14. Zu den menschlichen Gedanken, die erschrecken wegen des Anblicks eines Dämons, dessen Augen wie Feuer aufblitzen: + Da habe ich zu euch gesagt: Ihr dürft nicht vor ihnen zurückweichen und dürft euch nicht vor ihnen fürchten. (Dtn 1,29)
15. Zum Herrn, daß die Seele unerschrocken bleibt, wenn plötzlich die Dämonen mit Stimme und Störung über den Körper herfallen: + Und er sagte: Gott, mein Herr! Du hast angefangen, deinen Knecht deine Macht und deine starke Hand schauen zu lassen. Welcher Gott im Himmel oder auf der Erde hat etwas vollbracht, was deinen Taten und deinen Siegen vergleichbar wäre? (Dtn 3,24)
16. Zur Seele, die erschreckt ist und zittert vor den Dämonen, die ihr erschienen sind, und meint, daß der Herr sie im Stich läßt: + Der Herr, unser Gott, läßt dich nicht fallen und gibt dich nicht dem Verderben preis und vergißt nicht den Bund mit deinen Vätern, den er ihnen beschworen hat. (Dtn 4,31)
17. Zur Seele, die den Grund dieser Versuchungen wissen will: + Um dich gefügig zu machen, dich zu prüfen und dir zuletzt Gutes zu tun. (Dtn 8,16)
18. Zu den menschlichen Gedanken, die beunruhigt werden wegen des Anblicks der Dämonen, die bei Nacht über uns kommen und uns durch Visionen von Bestien auf den Rücken wälzen(?): + Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht durcheinander, und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. Denn der Herr, euer Gott, zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten. (Dtn 20,3f)
19. Zur Seele, die trauert und zittert wegen der Dämonen, die in der Nacht über ihr aufleuchten: + Empfangt Macht und Stärke: Fürchtet euch nicht, und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen; denn der Herr, dein Gott, zieht mit dir. Er läßt dich nicht fallen und verläßt dich nicht. (Dtn 31,6)
(19a.) Zur Seele, die durch den Rückzug von der Welt in der Gottesfurcht gestärkt werden will, aber durch das Zittern vor den Dämonen daran gehindert wird: + Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht, und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst. (Jos 1,9)
20. Zu den Gedanken, die zögern, mit Werken der Gottesfurcht zu beginnen, wegen des Zitterns vor schrecklichen Visionen und wegen Feuerfackeln, die in der Luft fliegen: + Und Josua sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, und habt keine Angst! [Seid mutig und stark! (fehlt bei Evagrius)] Denn so wird es der Herr mit allen euren Feinden machen, mit denen ihr kämpfen werdet. (Jos 10,25)
21. Zur Seele, die wegen der Traurigkeit fällt und deshalb von nächtlichen Visionen verwirrt wird: + Auf, auf, Debora! Auf, auf, sing ein Lied! Erheb dich, Barak, führ deine Gefangenen heim, Sohn Abinoams! (Ri 5,12)
22. Zum Gedanken, der nicht versteht, daß ein (mit dem Leib) verbundenes Glied durch die Psalmen den Zustand des Leibes verändert und einen Dämon, der den Rücken berührt und die Sehnen abkühlt und alle Glieder in Aufruhr versetzt, vertreibt: + Sooft nun ein böser Geist Saul überfiel, nahm David die Zither und spielte darauf. Dann fühlte sich Saul erleichtert, es ging ihm wieder gut, und der böse Geist wich von ihm. (1 Sam 16,23)
23. Zum Dämon, der mit dem Schwert in der Hand erscheint und zu uns kommt wie im Kampf zu antworten wie auch unser seliger Vater Makarios ihm geantwortet hat, als er ihn sah, seinem Schwert widersprechend, als er weggegangen war und das Paradies zu sah, das Jannes und Jambres machten: + David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heere, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. (1 Sam 17, 45)
24. Zu den Dämonen, die in der Luft Laute machen und uns dadurch ihre Stimmen hören lassen: + Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, daß der Herr nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des Herrn, und er wird euch in unsere Gewalt geben. (1 Sam 17,47)
25. Zum Dämon, der mich vernichtet durch den Schwur: ich werde dir Schande machen und der allgemeinen Lächerlichkeit inmitten aller Einsiedler preisgeben, weil du alle Arten aller unreinen Gedanken gesucht und offenbart hast: + Er lasse es genügen! Der Gebeugte rühme sich nicht wie der Gerade! (1 Kön 21,11 LXX)
26. Zur Seele, die verwirrt wird von den Dämonen, die unerwartet in der Luft erscheinen: + Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen. (2 Kön 6,16)
27. Zur Seele, die nicht glaubt, daß die Luft voll von heiligen Engeln ist, die zusammen mit uns kämpfen und durch die Dämonen nicht sichtbar sind: + Dann betete Elischa: Herr, öffne ihm die Augen, damit er sieht. Und der Herr öffnete dem Diener die Augen: Er sah den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen. (2 Kön 6,17)
28. Zum Gedanken, der mich in Zittern und Furcht wirft, als ob die Dämonen kämen, um gegen mich zu kämpfen: + Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, in seinem Grimm wird er sie erschrecken. (Ps 2,4-5)
29. Zum Herrn über die schreckenerregenden und abscheulichen Visionen, die uns bei Nacht erscheinen: + Sei mir gnädig, Herr, ich sieche dahin; heile mich, Herr, denn meine Glieder zerfallen! Meine Seele ist tief verstört. Du aber, Herr, wie lange säumst du noch? Herr, wende dich mir zu und errette mich, in deiner Huld bring mir Hilfe! (Ps 6, 3-5)
30. Zu den Gedanken, die uns raten, vor dem häßlichen Gesicht der Dämonen zu fliehen und ihnen nicht tapfer im Kampf entgegenzutreten: + Beim Herrn finde ich Zuflucht. Wie könnt ihr mir sagen: "In die Berge flieh wie ein Vogel"? (Ps 10,1)
31. Zum Herrn über die Meinung, die Dämonen müßten in der Nacht über uns kommen: + Erheb dich, Herr, hindere sie und wirf sie zu Boden, entreiß meine Seele den Gottlosen und dem Schwert! (Ps 17,13)
32. Zur Seele, die geängstigt ist von schrecklichen Stimmen und der Störung durch die Dämonen. + Die einen sind stark durch Wagen, die andern durch Rosse, wir aber sind stark im Namen des Herrn, unsres Gottes. (Ps 20,8)
33. Zu den Dämonen, die sich in der Nacht mit unserem Körper verbinden und wie Skorpione unsere Glieder erfüllen: + Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, sie müssen straucheln und fallen. (Ps 27,1-2)
34. Zu den Dämonen, die plötzlich aus der Luft wie die Inder (Äthiopier) auf uns herunterschauen: + Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht. (Ps 27,3)
35. Zum Herrn über die Traurigkeit, wenn ein Dämon mir nahekommt, der mir nicht nur Begierden erweckt, sondern ganz im Kopf und Rücken wirkt, und dann einer der Gedanken, die Traurigkeit hervorbringen, aber danach nicht versuchen, die Seele ganz in nutzlose Bedrängnis zu versetzen: + Du mögest mich schützen und vor meinen Feinden behüten, mit Ehre und Erlösung mich umgeben, damit ich dich verstehe. (Vgl. Ps 32,7??)
36. Zum Herrn über die Dämonen, die auf die Haut des Leibes schlagen und Verbrennungen wie von Feuer auf sie legen und runde Male wie von Gurken (???) erzeugen, die mit den Augen zu sehen man sich wundert (?). + Streite, Herr, gegen alle, die gegen mich streiten, bekämpfe alle, die mich bekämpfen! Ergreife Schild und Waffen; steh auf, um mir zu helfen! (Ps 35,1-2)
37. Zum Herrn über den Dämon der Traurigkeit, der den Verstand verändert und in einem einzigen Gedankengang voll schlimmer Bedrängnis steckenbleiben läßt: + Herr, wie lange noch wirst du das ansehn? Rette mein Leben vor den wilden Tieren, mein einziges Gut vor den Löwen! (Ps 35,17)
38. Zum Gedanken, der zu mir über die Bedrohung spricht, daß in der Nacht schwerttragende Dämonen kommen: + Ihr Schwert dringe in ihr eigenes Herz, und ihre Bogen sollen zerbrechen. (Ps 36,15)
39. Zum Gedanken, der mir weissagt über Unglück, das mir von den Dämonen kommen wird: + Ich bin bereit für Schläge, mein Leid steht mir immer vor Augen. (Ps 38,18)
40. Zur Seele, die zur Zeit der Traurigkeit geistliche Worte im Gebet zu finden versucht: + Herr, verlaß mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott! Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil! (Ps 38,22f)
41. Zum Herrn über die Dämonen, die die Nerven meines Leibes verbrennen: + Nimm deine Plage weg von mir! Unter der Wucht deiner Hand vergehe ich. (Ps 39,11)
42. Zur Seele über den Gedanken der Traurigkeit, der uns das Alter des Vaters und die Schwäche der Mutter und die Trauer der Geschwister, die nicht getröstet sind, vor Augen malt: + Glatt wie Butter sind seine Reden, doch in seinem Herzen sinnt er auf Streit; seine Worte sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter. (Ps 55,22)
43. Zum Herrn über den Dämon, der mich im Verstand vor Wahnsinn und Dummheit warnt, die für mich und die, die den Herrn durch monastischen Lebenswandel suchen, eine Schande wären: + Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, soll durch mich nicht scheitern; wer dich sucht, Gott Israels, gerate durch mich nicht in Schande. (Ps 69,7)
44. Zur Seele, die nicht einsieht, daß die Vorhut der Dämonen über die redet, die von Gott verlassen sind: + Denn meine Feinde reden schlecht von mir, die auf mich lauern, beraten gemeinsam; sie sagen: "Gott hat ihn verlassen. Verfolgt und ergreift ihn! Für ihn gibt es keinen Retter." (Ps 71,11)
45. Zum Herrn muß man über die Bestien, die in der Luft fliegend erscheinen und aus den Mauern heraus verschwinden, sagen, daß der alte Ägypter, der selige Makarios, seinen Mund öffnete und sagte: + Gib dem Raubtier das Leben deiner Taube nicht preis; das Leben deiner Armen vergiß nicht für immer! (Ps 74,19)
46. Zur Seele, die nicht überzeugt ist, daß die bösen Dämonen miteinander über uns reden: + Sie sagen: "Wir wollen sie ausrotten als Volk; an den Namen Israel soll niemand mehr denken." (Ps 83,5)
47. Den Dämonen, die in kurzen Abständen kommen und abscheulichen Bildern gleichen und aus der Luft herunterstürzen müssen wir antworten, was auch der gerechte, selige Antonius als Antwort gab: + Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser herab.(Ps 118,7)
48. Zum Dämon, der wie Feuer in Flammen aufgeht, dann umkehrt und und im Rauch wieder zurückkommt: + Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Ps 124,7-8)
49. Zum Herrn über den Dämon, der mir droht, mich mit flammendem Feuer zu verbrennen: + Es werden Kohlen auf sie herabfallen, sie werden fallen im Feuer und können nicht aufstehen. (Vgl. Ps 138,11)
50. Zum Gedanken, der mir sagt, daß der Weg, der zur Erkenntnis Jesu Christi hinaufführt, voll ist von vielen Gefahren und Bedrängnis: + Der Faule sagt: Ein Löwe ist draußen, mitten auf der Straße käme ich ums Leben. (Spr 22,3)
51. Zur Seele, die nicht weiß, daß nicht einmal mit einem Zugtier der Teufel sich nähern kann ohne Gebot Gottes: + Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; seine Rinder hast du vermehrt auf dem Land. (Ijob 1,10 LXX)
52. Zur Seele, die nicht weiß, daß nach Bedrängnissen, die ihr durch Gedanken entstanden sind, der Satan sich eilt, von Gott zu erbitten, daß er ihm Macht über den Leib gebe: + Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Haut um Haut! Alles, was der Mensch besitzt, gibt er hin für sein Leben. Doch streck deine Hand aus, und rühr an sein Gebein und Fleisch; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. (Ijob 2,4-5)
53. Zu den Gedanken, die uns erschüttern durch Prophezeiungen, die uns sagen, daß in der Nacht Dämonen in Gestalt von Sternen kommen und im Kellion erscheinen werden und unsere Augen und Gesichter verbrennen; es hilft uns aber in dieser Zeit der Bedrängnis, knieend im Gebet zu bleiben und unser Gesicht abzuwenden und sich nicht mit denen zu beschäftigen, die sich beeilen, uns zu verwirren: + Finsternis bedeckte diese Nacht; ihre Sterne seien verfinstert, sie harre auf Licht, das nicht da ist, und sie sehe den Morgenstern nicht aufgehen. (vgl. Ijob 3,8-9)
54.Zu dem Gedanken, der mir prophezeit, daß mir von den Dämonen der Tod zukommt: + Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf? Alle Tage meines Kriegsdienstes harrte ich, bis einer käme, um mich abzulösen. (Ijob 14,14)
55. Zum bösen Geist, der meiner Seele entgegensteht und mir ihre früheren Sünden vorhält und sich beeilt, Traurigkeit in sie hineinzuwerfen: + Freu dich nicht über mich, meine Feindin! Zwar liege ich am Boden, doch ich stehe wieder auf. Zwar sitze ich in der Finsternis, aber der Herr ist mein Licht. (Micha 7,8)
56. Zur Seele, die den Dämon nicht tapfer aushält, der zur Zeit des Gebetes plötzlich kommt, sich auf dem Rücken und dem Nacken niederläßt und die Ohren zwickt und die Nase kitzelt: + Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not. Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm. (Nah 1,7)
57. Zur Seele, die lernen will, was den Dämonen gebühren wird am Tag des Gerichts und welcher Art von Qual sie übergeben werden; über diese Qual hat im Geheimen der Prophet gesagt: + Dies aber wird der Schlag sein, den der Herr gegen alle Völker führt, die gegen Jerusalem in den Krieg gezogen sind: Er läßt ihren Körper verfaulen, noch während sie auf den Füßen stehen; die Augen verfaulen ihnen in den Augenhöhlen und die Zunge im Mund. (Sach 14,12)
58. Zu den Dämonen, die plötzlich Feuer entzünden und (uns) durch verwirrende Stimmen erschrecken; daß sie aber die Seele in Verwirrung werfen und nicht von ihr ablassen, wenn sie zitternd niederfällt; es kommt uns zu, zu sagen, was auch unser heiliger Vater Makarios ihnen geantwortet hat: + Fürchtet euch, ihr Völker, ihr werdet überwunden; hört, alle Enden der Erde: ihr werdet besiegt und überwunden werden; macht nur Pläne - sie werden nutzlos sein; sprecht das Wort aus, es wird nicht stehenbleiben wegen des "Gott mit uns". (vgl. Jes 8,9-10)
59. Zu den Gedanken, die uns treffen durch die Schwäche, die die Dämonen in uns erzeugen: + Ich aber wandte mich nicht ab und wehrte mich nicht. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. (Jes 50, 5-6)
60. Zum Gedanken der betrübten Seele über ihre Freunde und Geschwister, die sie verspotten, weil sie nicht ihren Besitz mit ihnen teilt und keine hilfe von ihnen annimmt: + Hört auf mich, die ihr das Recht kennt, du Volk, das mein Gesetz im Herzen trägt. Fürchtet euch nicht vor der Beschimpfung durch Menschen, erschreckt nicht vor ihrem Spott! (Jes 51,7)
61. Zur Seele, die nicht versteht, daß die wertlosen Gedanken Furcht und Zittern in ihr hervorbringen und das heilige Licht verdunkeln, das im Verstand Vertrauen erzeugt: + Du bist fern von Bedrängnis, denn du brauchst dich nicht mehr zu fürchten, und bist fern von Schrecken; er kommt an dich nicht heran. (Jes 54,14)
62. Zur Seele, die zittert vor Blitzen, die innerhalb der Mauern geschehen: + Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten - Spruch des Herrn. (Jer 1,8)
63. Zum Herrn über die Gedanken der Traurigkeit, die den Verstand in einen Abgrund voller Toter führt und scheußliche Visionen im Herzen einprägt: + Warum ist meine Traurigkeit stark und meine Wunde so schlimm, daß sie nicht heilen will, und mein Herz ist geworden wie Wasser. Darum - so spricht der Herr: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren, dann darfst du wieder vor mir stehen. Redest du Edles und nicht Gemeines, dann darfst du mir wieder Mund sein. Jene sollen sich dir zuwenden, du aber wende dich ihnen nicht zu. (Jer 15,18-19)
64. Zum Herrn über die Dämonen, die uns in unserem Verstand sagen, daß wir bald in unserem Lebenswandel zuschanden werden: + Meine Verfolger sollen zuschanden werden, nicht aber ich Sie sollen erschrecken, nicht aber ich. Bring über sie den Tag des Unheils, zerbrich sie im verdienten Zusammenbruch! (Jer 17,18)
65. Zur Seele, die sich vor den Dämonen fürchtet, die durch Berührung kämpfen: + Wie Diamant und härter als Kieselstein mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht, erschrick nicht vor ihrem Blick; denn sie sind ein widerspenstiges Volk. (Ez 3,9)
66. Zur Seele, die nicht überzeugt ist, daß die stolzen Dämonen nicht einmal Vollmacht über Schweine haben darin, worin wir Vollmacht über Menschen haben, und wir sie gemäß unserem Willen zu Sklaven machen: + In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde! Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um. (Mt 8,30-32)
67. Zur Seele, die nicht versteht, daß die Schwäche des Glaubens Verwirrung und Feigheit im Herzen erzeugt: + Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! (Joh 14,1)
68. Zur Seele, die traurig ist, daß sie wegen des Namens des Herrn beleidigt wird: + Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. (Apg 5,41)
69. Über die Bedrängnis in der Versuchung: + Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld,Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.Die Hoffnung aber läßt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. (Röm 5,3-5)
70. Zum Gedanken, der mir vorhersagt, daß für mich starke Bedrängnis aus den Versuchungen entstehen wird: + Ich bin überzeugt, daß die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. (Röm 8,18)
71. Zum Gedanken der Seele, die meint, über ihre Kraft hinaus versucht zu werden: + Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so daß ihr sie bestehen könnt. (1 Kor 10,13)
72. Zur Seele über die fremde und unbeschreibliche Versuchung: diese will ich nicht enthüllen durch Worte wegen der Menschen, die über die Übel und über die Eigenheiten der ernsten und nicht ernsten Worte lachen und nicht glauben, daß die Dämonen die Mönche offen sichtbar zerbrechen:diese Menschen aber haben sicher noch nie den Versuch gemacht, gegen die Dämonen zu kämpfen, die auf ihre Forderung hin von Gott Vollmacht erhalten haben, uns zu versuchen: + Aber wir haben unser Todesurteil hingenommen, weil wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzen wollten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Er hat uns aus dieser großen Todesnot errettet und rettet uns noch; auf ihm ruht unsere Hoffnung, daß er uns auch in Zukunft retten wird. (2 Kor 1,9-10)
73. Zum Dämon, der mir die Jugendsünden vorhält: + Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. (2 Kor 5,17)
74. Zu den Gedanken der Traurigkeit, der uns über vergängliche Dinge kommen und den Vestand in große Bedrängnis sinken lassen und töten: + Die gottgewollte Traurigkeit verursacht nämlich Sinnesänderung zum Heil, die nicht bereut zu werden braucht; die weltliche Traurigkeit aber führt zum Tod. (2 Kor 7,10)
75. Zu den Gedanken der Seele, die sich im offenen Kampf gegen die Dämonen abmüht: + Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen. (Jak 4,7)
76. Zu den Gedanken, die erwarten, daß die einzelne Seele entmutigt wird von den Dämonen, der Leib aber in unheilbare Krankheit fallen wird: + Und wer wird euch Böses zufügen, wenn ihr euch voll Eifer um das Gute bemüht? Aber auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden müßt, seid ihr seligzupreisen. Fürchtet euch nicht vor ihnen, und laßt euch nicht erschrecken, sondern haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt. (1 Petr 3,13-15)

Gepriesen sei unser Herr und unser Gott und Erlöser Jesus Christus, der uns gegen den Dämon der Traurigkeit den Sieg geschenkt hat!
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