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Evagrius Ponticus: Antirrhetikos

Fünftes Buch: zum Dämon des Zorns

1. Zur Seele, die nicht weiß, daß Gaben den langwährenden Haß des Bruders leicht auslöschen: + Nicht doch, entgegnete Jakob, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, dann nimm das Geschenk aus meiner Hand an! Denn dafür habe ich dein Angesicht gesehen, wie man das Angesicht Gottes sieht, und du bist mir wohlwollend begegnet. Nimm doch mein Begrüßungsgeschenk an, das man dir überbracht hat. Denn Gott hat mir Wohlwollen erwiesen, und ich habe alles, was ich brauche. Er drängte ihn, bis er annahm. (Gen 33,10-11)

2. Zu den Gedanken des Zorns, die gegen den Weg der heilsamen Einrichtungen aufkommen: + Streitet nicht unterwegs! (Gen 45,24)

3. Zum Gedanken, der aus dem Zorn falsches Zeugnis hervorbringt: + Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. (Ex 20,16)

4. Zum Gedanken, der vom Teufel kommt, der die Wut gegen den Bruder weckt und schürt: + Du sollst kein leeres Gerücht verbreiten. Biete deine Hand nicht dem, der Unrecht hat, indem du als falscher Zeuge auftrittst. (Ex 23,1)

5. Zum Gedanken, der durch den Zorn aufgebracht wird und die Brüder verfluchen will: + Von einem unlauteren Verfahren sollst du dich fernhalten. Wer unschuldig und im Recht ist, den bring nicht um sein Leben; denn ich spreche den Schuldigen nicht frei. (Ex 23,7)

6. Zum Gedanken, der den Bruder im Denken auslöscht, aufgrund des Hasses etwas Böses sagt und etwas Gehässiges hört; dies aber kann, wie Johannes, der Prophet der Thebais, berichtet hat, geschehen, wenn dieser Haß wegen Besitztümern und Nahrungsmitteln besteht. Der Haß aber wird wegen des Stolzes der Menschen nur schwer ausgemerzt. + Du sollst in deinem Herzen keinen Haß gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. (Lev 19,17)

7. Zur Seele, die meint, daß vollkommene Sanftheit unnatürlich ist: + Mose aber war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf der Erde. (Num 12,3)

8. Zur Seele, die nicht erkennt, daß dann Flüche von Menschen kommen, wenn Gott zuläßt, daß sie versucht wird: + Und weiter sagte David zu Abischai und all seinen Dienern: Seht, mein leiblicher Sohn trachtet mir nach dem Leben, wieviel mehr muß es dann dieser Benjaminiter tun. Laßt ihn fluchen! Sicherlich hat es ihm der Herr geboten.Vielleicht sieht der Herr mein Elend an und erweist mir Gutes für den Fluch, der mich heute trifft. (2 Sam 16,11-12)

9. Zur Seele, die vor Erniedrigung zurückschreckt, aber die Wege des Herrn beachten will:+ Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.(Ps 25, 9)

10. Zur Seele, die Gedanken des Zorns willkommen heißt und gegen die Brüder böse Anschuldigungen und erlogene Verdächtigungen sammelt: + Steh ab vom Zorn und laß den Grimm; erhitze dich nicht, es führt nur zu Bösem. Denn die Bösen werden ausgetilgt; die aber auf den Herrn hoffen, werden das Land besitzen. (Ps 36,8-9)

11. Zum Gedanken, der durch falsche Anschuldigung der Brüder erschüttert wird und durch Zorn die Seele wie mit einer Wolke verhüllt: + Von deinem Bruder redest du schändlich, auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung. (Ps 50,20)

12. Zum Herrn, weil das Denken erkennt, daß durch den Aufruhr des Zorns in der Nacht schreckliche Visionen kommen und weil es ferner begreift, daß sie durch Erbarmen und Langmut ausgelöscht werden: + Dein Gebot macht mich weiser als all meine Feinde; denn immer ist es mir nahe. Ich wurde klüger als all meine Lehrer; denn über deine Vorschriften sinne ich nach. (Ps 119, 98f)

13. Zum Dämon, der den Zorn gegen die Brüder aufstachelt und uns außerdem verführt, den Lobpreis zu beten, in dem das Gebot der Langmut geschrieben steht, das wir nicht beachten; dies tut er aber, um uns zu verspotten, daß wir jenes Gebot (im Psalm) singen, es in den Werken aber nicht befolgt: + Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn, fern, auf fremder Erde? (Ps 137,4)

14. Zum Gedanken, der böse Pläne gegen den Bruder zusammenträgt, als ob er geringschätzig und lästerlich wäre und nicht täte, was sich gehört: + Sinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der friedlich neben dir wohnt. (Spr 3,29)

15. Zum Gedanken, der aus dem Haß entsteht und mit dem Bruder wegen vorübergehender Dinge streiten will: + Haß weckt Streit, Liebe deckt alle Vergehen zu. (Spr 10,12)

16. Zum Gedanken, der uns zwingt, einen Fluch gegen den Bruder auszusprechen: + Unehrliche Lippen verbergen den Haß; die aber Verleumdung ausstreuen, sind töricht. (vgl. Spr 10,18)

17. Zum Zorn, der gegen den Bruder aufsteigt und zur Zeit des Gebets den Gedanken an Unanständiges hervorbringt: + Die Seele, die segnet, wird gesättigt werden, aber ein zorniger Mann ist nicht anständig. (vgl. Spr 11,25)

18. Zum Gedanken, der uns gegen ein nicht geführtes Lasttier auf dem Weg den Zorn aufstachelt: Der Gerechte weiß, was sein Vieh braucht, doch das Herz der Frevler ist hart. (Spr 12,10; angegeben ist 12,18)

19. Zum Gedanken, der schnell vom Zorn erweckt wird und durch einen fadenscheinigen Grund das Denken verwirrt: + Der Tor zeigt sogleich seinen Ärger, klug ist, wer Schimpfworte einsteckt. (Spr 12,16)

20. Zum Gedanken, der eine List gegen den Bruder ausheckt: + Ein hinterlistiger Mensch wird kein Wild erjagen, ein reiner Mensch ist ein kostbarer Besitz. (Spr 12,27 LXX)

21. Zur Seele, die auf dem Weg des Nachtragens (von erlittenem Unrecht) wandelt und durch Gedanken das Denken zum Zorn aufstachelt; mit dem Gedanken aber ... (Rest fehlt): + Der Pfad der Gerechtigkeit führt zum Leben, der Weg des Nachtragens aber zum Tod. (Spr 12,28 LXX)

22. Zum Gedanken des Zorns, der aufreizt und die Langmut ausreißt und uns das Werk der Gesetzlosigkeit in Erwägung ziehen läßt; von daher stammt die Kraft aus den Taten der Leidenschaft, gegen die es hilft, Sanftmut zu erwecken: + Der Langmütige ist immer der Klügere, der Jähzornige treibt die Torheit auf die Spitze. (Spr 14,29)

23. Zum Gedanken des Zorns, der uns hindert, dem, der uns in angemessener Weise zurechtweist, sanftmütig zu antworten: + Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn. Die Zunge der Weisen verkündet Erkenntnis, der Mund der Narren sprudelt Torheit hervor. (Spr 15,1f)

24. Zum Gedanken, der uns im Streit gegen den Bruder anstachelt und uns hindert, die Gründe (des Streits) aus der Welt zu schaffen: + Ein hitziger Mensch erregt Zank, ein langmütiger besänftigt den Streit. (Spr 15, 18)

25. Zur Seele, die meint, daß ein Gedanke des Zorns nicht abscheulich ist vor dem Herrn oder nicht schon an sich eine Sünde: + Die Pläne des Bösen sind dem Herrn ein Greuel, aber freundliche Reden gefallen ihm. (Spr 15,26)

26. Zum Gedanken, der uns rät, die Wütenden und Zornigen zu lieben: + Befreunde dich nicht mit dem Jähzornigen, verkehre nicht mit einem Hitzkopf, damit du dich nicht an seine Pfade gewöhnst und dir eine Schlinge legst für dein Leben. (Spr 22,24f)

27. Zur Seele, die ungerecht ist und Unrecht tun will; dies ist aber ein Zeichen der bösen Leidenschaft der Seele, die das Eitle liebt: + (Spr 24,44 angegeben - gibt es nicht)

28. Zum Denken, deas unbarmherzig ist und den Feind nicht bedauert, wenn ich ihn in bitterer Armut sehe, und ihm aus Feindschaft nicht mit Speisen helfen will: + Hat dein Feind Hunger, gib ihm zu essen, hat er Durst, gib ihm zu trinken. (Spr 25,21)

29. Zum Gedanken der Seele, der schnell in Zorn entbrennt und geschwind gegen den Bruder bitter wird: + Laß dich nicht aufregen, so daß du dich ärgerst, denn Ärger steckt in den Ungebildeten. (Eccl 7,9)

30. Zur Seele, die den Grund des Zorns nicht zunichte machen will, sondern Fleisch, Besitz und vergängliche Ehre begehrt, durch die der Zorn aufgestachelt wird und dann dem Herzen keine Ruhe läßt, sondern das Denken in den Abgrund der Zerstörung hinabführt: + Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch. (Eccl 11,10)

31. Zum Dämon, der sucht, durch viele Versuchungen unsere Liebe zu den Brüdern auszulöschen: + Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn. (Hld 8,7)

32. Zum Gedanken, der mich aufstachelt, dem, der uns bedrängt, zerstörerische Worte zu schreiben, die sein Herz verletzen: + Weh denen, die Nutzloses suchen und Böses schreiben (vgl. Jes 10,1?)

33. Zum Herrn über die Gedanken des Zorns, die plötzlich nicht mehr in uns bleiben: + Du, Herr, hast meine Sache geführt, hast mein Leben erlöst. (Klgl 3,58)

34. Zu den Gedanken des Zorns, die uns unsere Väter und Brüder vergegenwärtigen, als sie uns wegen des Namens des Herrn fortgejagt haben: + Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,10)

35. Zum Gedanken, der aus Ängstlichkeit gegen den Bruder aufsteigt: + Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. (Mt 5,22)

36. Zum Gedanken, der gegen den zürnt, der ihn schlägt, und nicht durch einen zweiten Schlag den Gedanken zerstören will, der ihm durch den ersten geschehen ist: + Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. (Mt 5,39)

37. Zum Gedanken, der uns aufreizt, unsere Feinde zu hassen und zu verfluchen: + Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt 5,44f)

38. Zum Gedanken des Zorns, dem die Umkehr des Bruders nicht genügt, sondern wieder gegen ihn erzürnt: + Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. (Lk 17,3f)

39. Zum Denken, das Gedanken des Zorns gegen den Bruder aufnimmt und das neue Gebot der Liebe vernichtet: + Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. (Joh 13,34)

40. Zum Gedanken des Zorns, der sich gegen die Liebe erregt: + Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? (Röm 8,35)

41. Zu den Gedanken des Eifers, der sich am Fall unserer Gegener freut: + Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! (Röm 12,15)

42. Zum nachtragenden Gedanken, der sich beeilt, dem, der ihn bedrängt hat, Böses zu vergelten: + Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! (Röm 12,17)

43. Zu den Gedanken des Zorns, die uns raten, Unrecht zu tun und zu rauben: + Ist es nicht überhaupt schon ein Versagen, daß ihr miteinander Prozesse führt? Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum laßt ihr euch nicht lieber ausrauben? Nein, ihr selber begeht Unrecht und Raub, und zwar an Brüdern. (1 Kor 6,7f)

44. Zum Gedanken des Zorns, der gegen den wütet, der uns mit Sklaverei verflucht: + Wenn du als Sklave berufen wurdest, soll dich das nicht bedrücken; auch wenn du frei werden kannst, lebe lieber als Sklave weiter. (1Kor 7,21)

45. Zur Seele, die in der Freimut der Liebe nicht durch Gedanken des Zorns überzeugt wird, daß ihr etwas weggenommen wird: + Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. (1Kor 13,1-8a)

46. Zur Seele, die sich schnell ärgert und versucht, in sich die Grenze der Erkenntnis der Wahrheit zu finden: + Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. (Gal 5,22f)

47. Zum Gedanken, der uns in Bedrängnis wirft durch die Bedürftigkeit der Brüder: + Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)

48. Zu den Gedanken der Seele, die im Zorn all das Gute, das sie getan hat, nachrechnet und deshalb zu jammern anfängt: + Laßt uns nicht müde werden, das Gute zu tun; denn wenn wir darin nicht nachlassen, werden wir ernten, sobald die Zeit dafür gekommen ist. (Gal 6,9)

49. Zu den Gedanken des Zorns, die uns nicht erlauben, uns mit den Brüdern zu versöhnen und vor unseren Augen die erntsprechenden Vorwände durchzustreichen; dies ist aber Beschämung und Furcht und Lob, als wäre es, damit der nicht wieder in seine früheren Sünden fällt, der darin gesündigt hat. Dies ist aber ein Zeichen der bösen Kunst des Dämons, der das Denken nicht aus dem Nachtragen freilassen will: + Laßt euch durch den Zorn nicht zur Sünde hinreißen! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen. Gebt dem Teufel keinen Raum! (Eph 4,26f)

50. Zu den vielfältigen Gedanken, die aus dem Zorn aufsteigen wegen verschiedener Dinge: + Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! (Eph 4,31)

51. Zu den Gedanken des Zorns, die es wagen, wegen das Dienstes für die Brüder zu murren: + Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet. (Phil 2,14f)

52. Zu den Gedanken, die aus den Flammen des Zorns kommen und von der Hitze ihrer Gotteslästerungen und der Lüge geboren werden: + Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut und Bosheit; auch Lästerungen und Zoten sollen nicht mehr über eure Lippen kommen. Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt. (Kol 3,8f)

53. Zu den Gedanken, die Böses mit Bösem vergelten wollen: + Seht zu, daß keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun. (1Thess 5,15)

54. Zur Seele, die das Ziel der Unterweisung Gottes nicht kennt und sich durch Gedanken des Zorns selbst zerstört: + Das Ziel der Unterweisung ist Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. (1 Tim 1,5)

55. Zum Denken, das wegen der Gedanken den Kampf in der Vernunft begonnen hat: + Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, sondern zu allen freundlich sein, ein geschickter und geduldiger Lehrer, (2 Tim 2,24)

56. Zum Gedanken des Zorns, der mich trifft durch Verfolgung, die ich von meinen Vätern oder Brüdern um des Namens des Herrn willen erlitten habe: + So werden alle, die in der Gemeinschaft mit Christus Jesus ein frommes Leben führen wollen, verfolgt werden. (2 Tim 3,12)

57. Zum Gedanken, der Zorn in uns weckt über das Geld des Bruders oder etwas anderes in seinem Besitz, das er erhalten hat, das zurückzugeben er sich aber nicht beeilt: + Wenn er dich aber geschädigt hat oder dir etwas schuldet, setz das auf meine Rechnung! (Phlm 18)

58. Zur Seele, die schnell zürnt und die Gerechtigkeit Gottes sucht: + Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist. (Jak 1,19f)

59. Zum Gedanken, der den Verstand mit Zorn erfüllt, aber die Seele in der Weisheit Gottes sehen will: + Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht. Wo Frieden herrscht, wird (von Gott) für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut. (Jak 3,17f.)

60. Zum Gedanken, der durch falsche Anklage gegen die Brüder erschüttert und den Gesetzgeber verachtet, als ob er dieses Gesetz nicht gerecht aufgestellt hätte, wenn er sagt: du sollst deinen Bruder nicht verleumden: + Verleumdet einander nicht, Brüder! Wer seinen Bruder verleumdet oder seinen Bruder verurteilt, verleumdet das Gesetz und verurteilt das Gesetz; wenn du aber das Gesetz verurteilst, handelst du nicht nach dem Gesetz, sondern bist sein Richter. Nur einer ist der Gesetzgeber und Richter: er, der die Macht hat, zu retten und zu verderben. Wer aber bist du, daß du über deinen Nächsten richtest? (Jak 4,11f)

61. Zum Gedanken, der Böses gegen Böses und Kränkung gegen Kränkung vergelten will und nicht versucht, Kränkung und verleumderische Gedanken durch Segenswünsche zu vernichten: + Vergeltet nicht Böses mit Bösem noch Kränkung mit Kränkung! Statt dessen segnet; denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erlangen. (1Petr 3,9)

62. Zum Denken, das sagt, daß Gottesfurcht in ihm ist, aber den Bruder haßt: + Wer sagt, er sei im Licht, aber seinen Bruder haßt, ist noch in der Finsternis. (1Joh 2,9)

63. Zu den Gedanken, die aus dem Haß kommen und das Denken brudermörderisch machen: + Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Mörder, und ihr wißt: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. (1 Joh 3,15)

64. Zum Denken, das erklärt, daß es Gott liebt, aber durch Haß gegen den Bruder die erste Liebe verleugnet: + Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder haßt, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. (1Joh 4,20)

Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus, unser Gott, der uns gegen den Dämon des Zorns den Sieg geschenkt hat!